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Krypto-Besteuerung in Deutschland

Geschrieben von:

Eric Sauter

Zuletzt aktualisiert:

Die Begriffe FIFO, LIFO und HIFO sagen Ihnen eventuell schon etwas, wenn Sie sich schon ein bisschen mit der Besteuerung von digitalen Assets auseinander gesetzt hast. Diese drei Methoden sind die am meisten verbreiteten Berechnungsgrundlagen für die Besteuerung weltweit. Jedes mal wenn Sie einen Coin oder ein Token verkaufen (z.B. BTC gegen EUR), sind Sie verpflichtet zu dokumentieren, welche Coins genau verkauft wurden, um die korrekten Gewinne auszuzeichnen.

Falls das erst einmal anstrengend klingen sollte, machen Sie sich keine Sorgen, dieser Beitrag ist genau der Richtige für Sie und klärt Sie schnell auf.

Kryptoverkäufe/-tauschhandel entsprechen jedes Mal einem privaten Veräußerungsgeschäft laut deutschen Steuerregularien. Sind sind verpflichtet bei jedem einzelnen Vorgang Ihren Gewinn oder Verlust korrekt zu dokumentieren, vor allem wenn es innerhalb der einjährigen Haltefrist passiert ist. Da in der Regel, durch die Art und Funktionsweise der Coins (Fungibilität), nicht immer ganz genau ermittelt werden kann, welche Coins genau abgestoßen werden, ist ein Verbrauchsfolgeverfahren nötig.

LIFO/HIFO

Bei LIFO (last in, first out) gilt die Grundlage, dass die zuletzt erworbenen Coins/Token auch zuerst wieder veräußert werden. Da aber nur sehr selten bzw. wenn überhaupt nur sehr wenige Finanzämter diese Methode akzeptieren ist dies nicht unsere Standardvariante zur Berechnung Ihrer Steuern, Sie können jedoch auf Wunsch und Belieben jederzeit zu LIFO wechseln.

Bei HIFO (highest in, first out) oder auch bei der seltenen „Lowest in, first out“-Methode gilt das selbe. Es sind zwar weltweit anerkannte Berechnungsmethoden und finden auch ihre Nutzungsfelder im deutschen Handels- und Steuerrecht, jedoch werden diese nur sehr selten von der Finanzverwaltung akzeptiert und es sollte vorher abgesprochen werden, bevor diese Methode gewählt wird.

FIFO

Dies ist die mit Abstand am meisten akzeptierte Variante und damit auch die einzige Empfehlung unsererseits. Es gibt zwar nach wie vor keine gesetzlich festgeschriebene Pflicht zur FIFO-Methode, jedoch akzeptiert jedes Amt und jeder Steuerberater diese Variante.

Da es ja im Kryptobereich so üblich ist, dass Coins/Token über einen längeren Zeitraum fortwährend angeschafft werden, muss auch eine lückenlose Reihenfolge der Anschaffung und Veräußerung daraufhin eingehalten werden. Bei FIFO (first in, first out) wird vorausgesetzt, dass die zuerst angeschafften Werte auch die Grundlage der Gewinnberechnung eines Verkaufs/Tauschs sind. Es werden also immer die frühesten erworbenen Assets als Bewertungsgrundlage verwendet.

Es gibt jedoch noch eine Besonderheit, die eventuell mit Rücksprache des zuständigen Finanzamts oder des Steuerberaters zum eigenen Vorteil benutzt werden kann. Es sind uns viele Fälle bekannt, bei denen eine getrennte Depot/Wallet-Nutzung auch eine Auswirkung auf die FIFO-Methode hat.

Wenn Kryptowährungen in verschiedenen Accounts oder Wallets gehalten werden, z.B. mit unterschiedlichen persönlichen Nutzungsgründen a la ein CeFi-Account (z.B. BlockFi, Celsius, Voyager, etc.) zum Lending und eine Hardware Wallet, dann muss. Bei einer Veräußerung ist es demnach auch möglich, eine Vermischung der Bestände auszuschließen.

Obwohl es nacheinander zu Käufen kommt, die abwechselnd in den CeFi-Account und dann wieder zur Cold Storage gesendet werden, kann man argumentieren, dass bei einem Verkauf aus der Hardware Wallet auch nur FIFO-mäßig die Coins verrechnet werden, die dort lagerten. Somit kann man mit einer nahtlosen und korrekten Buchführung die Besteuerung der zehnjährigen Haltefrist durch den Lending Account umgehen. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, da bei FIFO nicht selten durch die Rechnungsweise auch die höchsten Gewinne zustande kommen und versteuert werden müssen (in Bullenmärkten).

Zusammenfassung

FIFO ist die am meisten akzeptierte Variante und bietet auch bei sorgfältiger Accountpflege und Buchführung die meisten Möglichkeiten, trotz Bullenmärkten seine Gewinne möglichst niedrig besteuern zu können, jedoch auch in Bärenmärkten von Verlusten steuerlich zu profitieren.

LIFO ist grundsätzlich das genaue Gegenteil von FIFO, jedoch selten akzeptiert und sollte nur bei Rücksprache verwendet werden. In Bullenmärkten kann es damit zu niedrigeren Steuern führen, jedoch leider auch in Bärenmärkten zu viel höheren.

HIFO führt von Natur aus immer zu den niedrigsten zu zahlenden Steuern, weswegen wohl kein Finanzamt sich darauf einlassen wird und uns bisher auch noch nicht untergekommen ist.

Was jedoch klar ist: die richtige Berechnung und Besteuerung ist eine Wissenschaft für sich, eine vollkommen neue Herausforderung für den Fiskus und den Steuerzahler. Wenn man pro Jahr mehr als 40-50 Transaktionen getätigt hat kann das schon mal schnell einen überfordern und unübersichtlich werden. Den Meisten ist daher ein Begleiter in Form einer automatisierten Steuersoftware nahezulegen. Wir bei Coinpanda arbeiten täglich an unserer Plattform und haben alleine in diesem Jahr ein Userwachstum von über 50% erfolgreich gemeistert. Wir ermöglichen die einfache Buchführung durch Verknüpfung deiner Balances und Wallets, ebenso wie die Erstellung eines kompletten Jahresreports.

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